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EDELSTEIN-INFORMATION

Alexandrit – die farbwechselnde Varietät des Chrysoberylls

Aussehen & Eigenschaften

Alexandrit ist die farbwechselnde Varietät des Chrysoberylls, eines Beryllium-Aluminium-Oxids mit der chemischen Formel BeAl₂O₄. Im Tageslicht erscheint er meist grün, bläulichgrün oder olivgrün; bei Glühlampen- oder Kerzenlicht kann er in Rot-, Purpur- oder Himbeertöne wechseln. Verantwortlich dafür ist vor allem Chrom. Der Effekt entsteht durch die unterschiedliche Lichtzusammensetzung und ist keine Beschichtung. Alexandrit ist gewöhnlich durchsichtig bis durchscheinend und zeigt oft einen ausgeprägten Pleochroismus: Je nach Blickrichtung können verschiedene Farben sichtbar werden. Mit einer Mohshärte von 8,5 ist er für Schmuck gut geeignet. Einschlüsse, Risse und empfindliche Kanten können die Widerstandsfähigkeit jedoch herabsetzen.

Geschichte & Entdeckung

Alexandrit wurde um 1830 im russischen Ural, im Gebiet Tokowaja nahe Jekaterinburg, entdeckt oder als eigene Varietät erkannt. Historische Darstellungen unterscheiden sich hinsichtlich der genauen Abfolge von Entdeckung und Namensgebung. Die Entdeckung wird häufig mit dem finnischen Mineralogen Nils Gustaf Nordenskiöld verbunden; als Namensgeber gilt oft Graf Lew Alexejewitsch Perowski. Der Name bezog sich auf den späteren Zaren Alexander II. Die genauen Daten und Einzelheiten, auch der Zusammenhang mit dessen Volljährigkeit im Jahr 1834, werden in den Quellen unterschiedlich dargestellt. Die grün-rote Farbwirkung entsprach zudem den militärischen Farben des damaligen Russlands und machte den Stein im Zarenreich rasch bekannt. Über Jahrzehnte lieferte der Ural besonders feines Material. Als die Förderung dort zurückging, gewannen neue Vorkommen, vor allem in Brasilien, an Bedeutung.

Vorkommen

Das historische Hauptvorkommen liegt im Gebiet Tokowaja in der russischen Region Swerdlowsk, in Gesteinen, die auch Smaragde führen. Heute ist die Produktion dort im Vergleich zum 19. Jahrhundert begrenzt. Bedeutende spätere Fundgebiete liegen in Brasilien, besonders in Minas Gerais und Bahia. Weitere Alexandrite wurden unter anderem in Sri Lanka, Tansania, Indien, Madagaskar und Simbabwe gefunden. Die Eigenschaften unterscheiden sich je nach Lagerstätte deutlich: Farbe, Transparenz, Kristallgröße und Stärke des Farbwechsels können stark variieren. Eine Herkunft allein sagt daher nichts Sicheres über die Qualität aus. Bei einem einzelnen Stein sollte eine Herkunftsangabe nur aufgrund geeigneter gemmologischer Unterlagen übernommen werden und nicht aus dem Aussehen abgeleitet werden.

Berühmte Beispiele & Wissenswertes

Zu den bekannten öffentlichen Beispielen gehört ein 65,7 Karat schwerer Alexandrit in der National Gem Collection des Smithsonian Institution in Washington, D.C. Er zählt zu den bemerkenswerten größeren facettierten Alexandriten in einer Museumssammlung. Eine besonders seltene Form ist Alexandrit-Katzenauge: Fein ausgerichtete nadelförmige Einschlüsse erzeugen auf einem Cabochon einen hellen, beweglichen Lichtstreifen. Der Farbwechsel zwischen verschiedenen Lichtquellen ist ein wichtiger Hinweis, aber kein alleiniger Beweis für die Identität. Im Labor erzeugter Alexandrit kann die chemischen und optischen Eigenschaften natürlichen Materials sehr überzeugend nachbilden. Farbwechselnde Imitationen bestehen dagegen beispielsweise aus synthetischem Korund. Eine sichere Bestimmung erfordert gemmologische Prüfungen.

Schmuck & Verwendung

Alexandrit wird für Ringe, Ohrschmuck, Anhänger und Armbänder verwendet. Häufige Schliffe sind Oval, Kissen, Rund- und gemischte Schliffe. Facetten bringen den Farbwechsel zur Geltung; Katzenaugen werden meist als Cabochon geschliffen. Die Härte von 8,5 und das Fehlen einer ausgeprägten Spaltbarkeit machen ihn relativ alltagstauglich. Starke Schläge, rasche Temperaturwechsel und aggressive Chemikalien sollten dennoch vermieden werden, besonders bei riss- oder einschlussreichem Material. Zur Reinigung genügen meist lauwarmes Wasser, milde Seife und eine weiche Bürste. Dampf- und Ultraschallreinigung sind bei deutlichen Rissen oder vielen Einschlüssen nicht empfehlenswert. Naturstein, im Labor erzeugtes Material und Imitation müssen unterschieden werden; ob ein einzelner Stein behandelt wurde, lässt sich nicht allgemein angeben.

Symbolik, Astrologie & Tradition

In moderner Schmuckliteratur gilt Alexandrit häufig als Symbol für Wandel, Anpassungsfähigkeit und Gegensätze, weil er seine Farbe mit der Beleuchtung verändert. Das sind symbolische Deutungen, keine wissenschaftlich nachgewiesenen Eigenschaften. In manchen heutigen Listen wird er neben Perle und Mondstein als Geburtsstein des Monats Juni geführt; solche Listen unterscheiden sich jedoch je nach Land und Organisation. Einzelne astrologische Traditionen verbinden ihn mit dem Zeichen Zwillinge oder mit Themen des Wandels. Dabei handelt es sich um Glaubensvorstellungen, nicht um gemmologische Tatsachen. Im historischen Russland erhielt der Stein durch seine grün-rote Farbwirkung und die Verbindung zu Alexander II. eine patriotische Bedeutung. Esoterische Lehren schreiben ihm teils seelische oder spirituelle Wirkungen zu; diese gehören zu Folklore und persönlichem Glauben und sind wissenschaftlich nicht belegt.

Aktuell verfügbare Alexandrit

Grün-brauner ovaler Alexandrit aus Brasilien – CHF 138,00