SWISSGEMSHOPNATURAL GEMSTONES · SWITZERLAND
EDELSTEIN-INFORMATION

Blauer Turmalin Indigolith – blaue Farbvarietät des Turmalins

Aussehen & Eigenschaften

Indigolith ist die blaue Farbvarietät des Turmalins. Das Farbspektrum reicht von hellem Himmelblau und Blaugrün bis zu tiefem Indigoblau. Meist wird die Farbe mit Eisen im Kristall in Verbindung gebracht; auch die Entstehungsgeschichte des Minerals beeinflusst den Farbton. Indigolith kann durchsichtig bis durchscheinend sein. Klare, kräftig blaue Steine sind vergleichsweise selten. Turmalin gehört zu den komplexen borhaltigen Silikatmineralen und erreicht etwa 7 bis 7,5 auf der Mohs-Härteskala. Seine Pleochroie bewirkt, dass die Farbe je nach Blickrichtung unterschiedlich erscheinen kann. Gut geschliffene Steine zeigen lebhafte Lichtreflexe und Doppelbrechung. Wie andere Turmaline kann sich das Mineral durch Erwärmen oder Druck elektrisch aufladen; diese Eigenschaften heißen Pyro- beziehungsweise Piezoelektrizität.

Geschichte & Entdeckung

Die Bezeichnung Turmalin wird meist auf das singhalesische Wort turmali zurückgeführt. Niederländische Händler brachten im frühen 18. Jahrhundert bunte Steine aus Sri Lanka nach Europa. Damals bezeichnete der Name eine Gruppe attraktiver Minerale und noch keine klar abgegrenzte Mineralart. Erst die moderne Mineralogie ordnete Turmalin als Familie komplexer, borhaltiger Silikate ein, zu der unter anderem Elbait, Schörl und Dravit gehören. Indigolith ist eine Farbvarietätenbezeichnung, die sich auf Indigo und das griechische lithos, „Stein“, bezieht; es handelt sich nicht um eine eigenständige Mineralspezies. Mit der Entwicklung von Mineraliensammlungen und Edelsteinschleiferei wuchs die Wertschätzung blauer Turmaline. Neue Funde in Brasilien und anderen Ländern erweiterten später das bekannte Farbspektrum.

Vorkommen

Blauer Turmalin findet sich vor allem in Granitpegmatiten, also grobkörnigen Gesteinen, die aus den letzten, mineralreichen Schmelzen eines abkühlenden Magmas entstehen. Bedeutende Vorkommen liegen unter anderem in Minas Gerais in Brasilien, in Teilen Afghanistans und Pakistans sowie auf Madagaskar, in Mosambik und Nigeria. Auch Maine und Kalifornien in den USA sind für turmalinführende Pegmatite bekannt, dort stehen jedoch häufig andere Farben im Mittelpunkt. Besonders leuchtend blaugrüner, kupferhaltiger Turmalin aus der Region Paraíba in Brasilien sowie vergleichbares Material aus Nigeria und Mosambik wird im Handel oft als Paraíba-Turmalin bezeichnet. Ohne verlässliche Herkunftsangabe darf ein einzelner Indigolith nicht automatisch einer dieser Lagerstätten zugeordnet werden.

Berühmte Beispiele & Wissenswertes

Indigolith ist weniger mit einem einzelnen, weltweit berühmten Schmuckstück verbunden als etwa Rubin oder Smaragd. Seine bedeutendste moderne Geschichte begann mit den intensiv blau- bis türkisfarbenen, kupferhaltigen Turmalinen aus Paraíba, die Ende der 1980er-Jahre entdeckt wurden. Später kamen vergleichbare Funde in Nigeria und Mosambik hinzu. Sie zeigten eindrucksvoll, wie außergewöhnlich leuchtend Turmalin gefärbt sein kann. Ein nützliches Erkennungsmerkmal sind die oft länglichen Kristalle mit Längsriefen und meist dreieckigem oder sechseckigem Querschnitt. Wird ein Turmalinkristall erwärmt oder gerieben, kann er leichte elektrische Ladung entwickeln und kleine Partikel anziehen. Dieses Verhalten ist eine messbare Mineraleigenschaft und kein Hinweis auf übernatürliche Kräfte.

Schmuck & Verwendung

Indigolith eignet sich gut für Ringe, Ohrringe, Anhänger und Armbänder, sollte aber vor harten Stößen geschützt werden. Mit einer Härte von 7 bis 7,5 ist Turmalin alltagstauglich, jedoch nicht unzerbrechlich. Kanten, Risse und eingeschlossene Kristalle können bei einem heftigen Aufprall Schaden nehmen. Häufig sind ovale, kissenförmige, rechteckige und gemischte Schliffe; längliche Kristalle inspirieren auch zu Tropfen- oder Baguetteschliffen. Naturturmalin kann gelegentlich durch Erhitzen oder Bestrahlen farblich verändert worden sein, und Einschlüsse sind durchaus normal. Der Behandlungsstatus ist vom einzelnen Stein abhängig. Zur Pflege genügen lauwarmes Seifenwasser und eine weiche Bürste. Dampf, Ultraschall, aggressive Chemikalien und starke Temperatursprünge sollten vermieden werden, sofern ein Fachmann ihre Unbedenklichkeit nicht bestätigt.

Symbolik, Astrologie & Tradition

Turmalin gilt in der modernen Schmucktradition weithin als einer der Geburtssteine des Oktobers, neben Opal. Für Indigolith gibt es keine einheitlich überlieferte historische Symbolik. Blaue Edelsteine werden jedoch in verschiedenen Kulturen und neueren Deutungstraditionen mit Ruhe, Treue, Tiefe sowie Himmel und Meer verbunden. In der modernen Kristall- und Esoterikszene wird blauem Turmalin manchmal eine Bedeutung für Kommunikation, Besinnung oder emotionales Gleichgewicht zugeschrieben. Das sind Überzeugungen und symbolische Deutungen, keine wissenschaftlich nachgewiesenen Wirkungen. Auch die Zuordnung zu Sternzeichen ist uneinheitlich; je nach Quelle werden etwa Waage, Skorpion oder Wassermann genannt. Historisch sicher belegt sind vor allem die Schönheit des Minerals, sein ungewöhnliches elektrisches Verhalten und seine Bedeutung für Mineraliensammlungen.

Aktuell verfügbare Blauer Turmalin Indigolith

Blaugrüner Indigolith-Turmalin in Achteckform aus Brasilien – CHF 1’580,00Blaugrüner Indigolith-Turmalin im Oktagon aus Brasilien – CHF 355,00Blaugrüner Indigolith-Turmalin, Achteck, aus Brasilien – CHF 298,50Blaugrüner Indigolith-Turmalin aus Brasilien, Achteck – CHF 288,50Blaugrüner Indigolith-Turmalin im Baguetteschliff aus Brasilien – CHF 255,50Blauer Turmalin-Indigolith in Tropfenform aus Brasilien (Paraíba) – CHF 248,00Blaugrüner Indigolith-Turmalin aus Brasilien – Navette-Schliff – CHF 220,50Blaugrüner Indigolith-Turmalin aus Brasilien im Achteckschliff – CHF 213,50Blaugrüner Indigolith-Turmalin in Oktagonform aus Brasilien – CHF 210,50Blaugrüner Indigolith-Turmalin im Tropfenschliff aus Brasilien – CHF 169,50Blaugrüner Indigolith-Turmalin im Oktagonschliff aus Brasilien – CHF 75,50