Quarz: kristallines Siliziumdioxid
Aussehen & Eigenschaften
Quarz ist häufig farblos und durchsichtig. Fremdstoffe, natürliche Bestrahlung und mikroskopische Einschlüsse können jedoch weisse, graue, gelbe, braune, rosafarbene, violette, grüne oder rauchige Farbtöne erzeugen. Klarer Quarz besitzt meist einen glasartigen Glanz; eingeschlossene Nadeln, Schleier oder Landschaften verleihen manchen Stücken einen besonderen Charakter. Mineralogisch handelt es sich um Siliziumdioxid. Typisch sind sechsseitige prismatische Kristalle mit Spitzen, doch Quarz kommt auch massig oder körnig vor. Mit einer Mohs-Härte von 7 ist er für Alltagsschmuck gut geeignet, kann an Kanten aber absplittern. Manche Varietäten zeigen Chatoyance, Aventureszenz, Asterismus oder Farbwechsel. Quarz ist zudem piezoelektrisch: Bei Druck entsteht eine geringe elektrische Ladung.
Geschichte & Entdeckung
Quarz war lange bekannt, bevor die moderne Mineralogie entstand. Das griechische Wort krystallos, „Eis“, bezeichnete klaren Bergkristall, weil man ihn in der Antike teilweise für dauerhaft gefrorenes Wasser hielt. Die Bezeichnung Quarz geht wahrscheinlich auf einen deutschen Ausdruck aus dem Bergbau zurück; ihre weitere Herkunft ist jedoch nicht sicher geklärt. Im 18. und 19. Jahrhundert ordneten Mineralogen Quarz als kristallines Siliziumdioxid ein und beschrieben seine zahlreichen Varietäten. Wegen seiner regelmässigen Kristallformen und besonderen optischen Eigenschaften spielte Quarz auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Kristallographie.
Vorkommen
Quarz gehört zu den häufigsten Mineralen der kontinentalen Erdkruste und kommt weltweit vor. Er bildet sich beim Abkühlen magmatischer Schmelzen, in heissen, mineralreichen Lösungen in Klüften sowie als widerstandsfähiges Korn in Sedimentgesteinen wie Sandstein. Bedeutende Fundgebiete für Sammlerstücke liegen unter anderem in den Alpen, in Minas Gerais und Bahia in Brasilien, auf Madagaskar, in Arkansas, im Himalaya, in Namibia und in China. Für einzelne Varietäten sind bestimmte Regionen besonders bekannt: Amethyst etwa aus Brasilien, Uruguay und Sambia, Rauchquarz aus den Alpen und Colorado sowie Bergkristall aus alpinen und asiatischen Gebieten. Daraus lässt sich nicht auf die Herkunft eines einzelnen Steins schliessen.
Berühmte Beispiele & Wissenswertes
In naturkundlichen Museen auf der ganzen Welt sind grosse Bergkristallgruppen und Quarze mit ungewöhnlichen Einschlüssen zu sehen. Einen einzigen, allgemein anerkannten berühmten Quarz gibt es jedoch nicht. Bemerkenswert ist vielmehr die grosse Formenvielfalt: Amethyst, Citrin, Rauchquarz, Rosenquarz, Achat und Chalcedon sind quarzbasierte Materialien mit unterschiedlichen Farben, Strukturen oder Kristallformen. Der sogenannte Herkimer-Diamant ist überhaupt kein Diamant, sondern ein an beiden Enden zugespitzter Quarzkristall aus der Region Herkimer im US-Bundesstaat New York. Quarz ist ausserdem ein wesentlicher Bestandteil von Granit, Sandstein und vielen weiteren Gesteinen.
Schmuck & Verwendung
Quarz wird zu Cabochons, facettierten Steinen, Perlen, Schnitzarbeiten und Kristallspitzen verarbeitet. Durchsichtige Varietäten erhalten häufig einen Brillant-, Misch- oder Treppenschliff; gemusterte oder undurchsichtige Stücke werden meist glatt poliert. Die Härte 7 nach Mohs macht Quarz für Ringe, Anhänger, Ohrringe und Armbänder recht alltagstauglich. Er ist jedoch nicht kratzfest, und spitze Kanten oder innere Risse können ausbrechen. Zur Reinigung genügen lauwarmes Wasser, milde Seife und eine weiche Bürste. Starke Temperatursprünge und aggressive Chemikalien sollten vermieden werden. Ultraschall- und Dampfreinigung ist bei stark eingeschlossenem oder behandeltem Material ohne gesicherte Angaben nicht empfehlenswert.
Symbolik, Astrologie & Tradition
Bergkristall steht in vielen Überlieferungen sinnbildlich für Klarheit, Reinheit und Licht. In antiken und späteren volkstümlichen Vorstellungen galt er teilweise als versteinertes oder ewiges Eis. Moderne esoterische und sogenannte Kristallheiltraditionen schreiben Quarz mitunter eine verstärkende oder meditative Wirkung zu; dabei handelt es sich um Glaubensvorstellungen und symbolische Deutungen, nicht um wissenschaftlich nachgewiesene Wirkungen. Quarz insgesamt ist kein einheitlich festgelegter moderner Geburtsstein. Seine Varietäten werden jedoch häufig zugeordnet: Amethyst dem Februar, Citrin dem November. Verbindungen zu Tierkreiszeichen unterscheiden sich je nach Tradition und sind kulturelle oder esoterische Zuordnungen.