Schwarzer Opal: Opal mit dunklem Körperton
Aussehen & Eigenschaften
Als Schwarzer Opal wird Opal mit einem dunkelgrauen, braunen oder schwarzen Körperton bezeichnet. Dieser Grundton ist nicht dasselbe wie das Farbenspiel. Die wechselnden Farbflächen entstehen, wenn Licht an regelmässig angeordneten mikroskopischen Kieselsäurekügelchen gebeugt wird; möglich sind Blau, Grün, Gelb, Orange und Rot. Opal ist keine kristalline Substanz, sondern amorphe, wasserhaltige Kieselsäure mit schwankendem Wassergehalt. Schwarze Opale sind durchscheinend bis undurchsichtig. Die Härte liegt etwa bei 5 bis 6,5 auf der Mohs-Skala. Das Material ist mässig zäh und kann verkratzen oder an Kanten ausbrechen; starke Hitze, rasche Temperaturwechsel und ungeeignete Trockenheit sollten vermieden werden.
Geschichte & Entdeckung
Opal ist in Europa seit der Antike bekannt. Der Name gelangte vermutlich über das lateinische opalus aus dem griechischen opallios in die europäischen Sprachen und wird häufig mit dem Farbwechsel des Steins in Verbindung gebracht; die genaue Wortgeschichte ist jedoch nicht vollständig gesichert. Die heute besonders bekannte dunkle Varietät gewann an Bedeutung, nachdem sich im frühen 20. Jahrhundert der Opalbergbau in Lightning Ridge, New South Wales, entwickelte. Schwarzer Opal ist vor allem eine beschreibende Handelsbezeichnung für einen dunklen Körperton, keine eigene Mineralart. Natürlicher Opal entsteht geologisch; synthetischer Opal sowie behandelte oder zusammengesetzte Produkte sind davon zu unterscheiden.
Vorkommen
Lightning Ridge in New South Wales gilt als das historische und bekannteste Vorkommen von natürlichem Schwarzem Opal und ist weiterhin ein wichtiges Fördergebiet. Der Opal sitzt dort in kreidezeitlichen Sedimentgesteinen, oft in unregelmässigen Adern und Hohlräumen. Australien liefert ausserdem Opal aus Coober Pedy, Andamooka und Mintabie, dort jedoch häufig mit hellem Körperton. Dunkelkörperiger Opal kommt auch aus Äthiopien und einzelnen weiteren Regionen; Aussehen und Handelsklassifikation können je nach Lagerstätte unterschiedlich sein. Honduras ist vor allem für dunklen Opal in vulkanischem Muttergestein bekannt. Diese Angaben nennen mögliche Herkunftsgebiete, nicht die Herkunft eines bestimmten Steins.
Berühmte Beispiele & Wissenswertes
Der Aurora Australis gehört zu den bekanntesten benannten Schwarzen Opalen. Er wurde 1938 in Lightning Ridge gefunden und ist für sein breites Farbenspiel vor dunklem Körper sowie für ein gemeldetes Gewicht von ungefähr 180 Karat im geschliffenen Zustand bekannt. Der Name nimmt Bezug auf das Südlicht. Interessant ist auch, dass „schwarz“ nur den Körperton beschreibt: Das Farbenspiel kann überwiegend blau, grün oder vielfarbig erscheinen. Die Farben werden nicht aufgemalt und stammen auch nicht einfach von Metalleinschlüssen. Sie entstehen durch das Zusammenspiel des Lichts mit mikroskopischen Strukturen aus Kieselsäure. Angaben zu berühmten Steinen können je nach Quelle geringfügig abweichen.
Schmuck & Verwendung
Schwarzer Opal wird vor allem als Cabochon, als frei geformter Schmuckstein oder in Einlagen verarbeitet; facettierte Exemplare sind seltener. Eine glatt gewölbte Oberfläche bringt das Farbenspiel meist gut zur Geltung und vermeidet empfindliche Ecken. Wegen der Härte von etwa 5 bis 6,5 und der mässigen Zähigkeit eignet er sich besser für Anhänger, Ohrringe und gelegentlich getragene Ringe als für stark beanspruchte Alltagsringe. Separat von härteren Steinen aufbewahren. Ultraschall, Dampf, aggressive Chemikalien, starke Hitze und abrupte Temperaturwechsel vermeiden. Mit einem weichen, leicht feuchten Tuch und milder Seifenlösung reinigen. Naturopal, synthetischer Opal, gefärbtes oder nachgedunkeltes Material sowie Doubletten und Tripletten sind klar zu unterscheiden.
Symbolik, Astrologie & Tradition
Bedeutungen, die dem Opal zugeschrieben werden, gehören zu Kulturgeschichte und persönlichem Glauben, nicht zu wissenschaftlich nachgewiesenen Eigenschaften. In Europa wurde er früh wegen seines wechselnden Farbenspiels als wunderbarer Stein bewundert. Spätere Überlieferungen verbanden ihn sowohl mit Glück als auch mit Unglück. Die Vorstellung, Opal bringe grundsätzlich Pech, war nie überall verbreitet und wurde unter anderem durch Literatur des 19. Jahrhunderts, etwa Walter Scotts Roman Anne von Geierstein, verstärkt. In moderner Kristall- und Esoterik werden ihm je nach Tradition Kreativität, Gefühlsausdruck oder Schutz zugeschrieben. Solche Aussagen sind nicht medizinisch oder wissenschaftlich belegt; eine einheitliche astrologische Zuordnung gibt es nicht.