Smaragd: die grüne Varietät des Berylls
Aussehen & Eigenschaften
Der Smaragd ist die grüne Varietät des Berylls. Seine Kristallstruktur besteht vor allem aus Beryllium, Aluminium, Silicium und Sauerstoff; die grüne Farbe entsteht hauptsächlich durch Spuren von Chrom und/oder Vanadium. Das Farbspektrum reicht von gelblich- bis bläulichgrün, wobei ein kräftiges, mittleres bis dunkles Grün besonders geschätzt wird. Natürliche Smaragde enthalten meist Risse, Flüssigkeitseinschlüsse und kleine Mineralkristalle. Diese typische Innenwelt wird im Handel oft als „Jardin“ bezeichnet. Die Mohshärte liegt bei etwa 7,5 bis 8. Wegen der häufigen Risse ist der Stein jedoch stoßempfindlicher, als seine Härte vermuten lässt. Katzenaugen- und Sterneneffekte sind selten.
Geschichte & Entdeckung
Smaragde werden seit Jahrtausenden verwendet; ein einzelnes Entdeckungsdatum gibt es daher nicht. Im ägyptischen Ostgebirge wurde bereits im Altertum nach Smaragden abgebaut, wahrscheinlich spätestens seit dem zweiten Jahrtausend v. Chr. Über das griechische smaragdos und das lateinische smaragdus gelangte der Name in die europäischen Sprachen; seine ältere Herkunft ist nicht sicher geklärt. Nach der spanischen Eroberung Südamerikas kamen im 16. Jahrhundert kolumbianische Smaragde an europäische Höfe und veränderten den Edelsteinhandel nachhaltig. Spätere Funde in Brasilien, Sambia und anderen Ländern erweiterten das Angebot. Mineralogisch gilt Smaragd heute als Beryll, dessen Farbe durch Chrom und/oder Vanadium verursacht wird.
Vorkommen
Kolumbien gehört zu den historisch bedeutendsten Smaragdgebieten. Besonders bekannt sind die Reviere von Muzo, Coscuez und Chivor; ihre Steine zeigen oft ein intensives Grün und charakteristische Einschlüsse. Ein wichtiges modernes Fördergebiet ist Kafubu in Sambia, wo häufig kräftig gefärbte, manchmal leicht bläulich wirkende Smaragde gefunden werden. Weitere Vorkommen liegen unter anderem in Minas Gerais und Bahia in Brasilien sowie in Sandawana in Simbabwe. Bedeutende Quellen gibt es außerdem im afghanischen Pandschir-Tal, im pakistanischen Swat-Tal und im russischen Ural. Äthiopien ist ein jüngerer Anbieter. Der Herkunftsort lässt sich nicht sicher am Aussehen ablesen; dafür sind gemmologische Untersuchungen erforderlich.
Berühmte Beispiele & Wissenswertes
Zu den gut dokumentierten großen Smaragden zählt der Patricia-Smaragd: Der etwa 632 Karat schwere Naturkristall wird im American Museum of Natural History in New York aufbewahrt. Der Gachala-Smaragd aus Kolumbien wiegt rund 858 Karat und ist mit der Smithsonian Institution in Washington verbunden. Der Mogul-Smaragd von ungefähr 217,8 Karat, datiert auf 1695, ist wegen seiner großen geschnitzten Flächen und islamischen Inschriften berühmt; heute befindet er sich im Museum of Islamic Art in Doha. Wissenswert ist auch, dass Smaragdreinheit anders beurteilt wird als bei vielen anderen Edelsteinen: Sichtbare Einschlüsse sind normal, ein völlig lupenreiner natürlicher Smaragd dagegen äußerst selten.
Schmuck & Verwendung
Besonders typisch ist der rechteckige Stufenschliff, der deshalb „Smaragdschliff“ heißt. Er schützt die Ecken und bringt die Farbe ruhig und klar zur Geltung. Auch ovale, kissenförmige und runde Schliffe sind verbreitet; ungewöhnlich eingeschlossene oder selten katzenäugige Steine werden oft als Cabochon geschliffen. Smaragde eignen sich für Ringe, Ohrringe, Anhänger und Armbänder, sollten in Ringen aber möglichst geschützt gefasst werden. Viele natürliche Smaragde werden mit farblosem oder leicht gefärbtem Öl beziehungsweise Harz behandelt, um die Wirkung von Rissen zu mindern. Das ist etwas anderes als ein im Labor erzeugter Smaragd oder eine Imitation aus einem anderen Material. Keine Ultraschall- oder Dampfreinigung ohne fachliche Freigabe: Besser sind lauwarmes Wasser, milde Seife und eine weiche Bürste. Hitze, Chemikalien und harte Stöße vermeiden.
Symbolik, Astrologie & Tradition
In den heute verbreiteten Listen gilt der Smaragd als Geburtsstein des Monats Mai. Häufig wird er außerdem den Ehejubiläen zum 20., 35. und 55. Jahr zugeordnet, wobei solche Bräuche regional variieren. Seine grüne Farbe machte ihn in historischen Deutungen zum Sinnbild für Frühling, Erneuerung, Fruchtbarkeit und beständige Liebe. Antike und mittelalterliche Autoren schrieben ihm zudem Schutz- oder Wahrheitskräfte zu. Das sind Überlieferungen, keine wissenschaftlich nachgewiesenen Wirkungen. In der modernen westlichen Astrologie wird der Smaragd manchmal mit Stier oder Zwillinge verbunden; ein einheitliches System gibt es nicht. Esoterische und kristallbezogene Lehren deuten ihn teils als Symbol für Harmonie, Mitgefühl oder seelisches Gleichgewicht. Solche Aussagen gehören in den Bereich von Symbolik und persönlichem Glauben, nicht der Medizin.